Wie können wir Schülerinnen und Schüler besser auf zukünftiges Lernen vorbereiten?

Langfristiger Transfer von Physikwissen

Guter Unterricht hat das Ziel, dass sich das Gelernte auf neue Situationen übertragen lässt. Der empirische Nachweis eines solchen Wissenstransfers ist allerdings nicht trivial. In der Lehr- und Lernforschung konnten meist nur geringe Transfereffekte über kurze Zeiträume nachgewiesen werden. In der von Elsbeth Stern und Ralph Schumacher geleiteten Schweizer MINT-Studie ist es gelungen, den Transfer von Physikwissen über mehrere Jahre zu belegen (Edelsbrunner et al., 2024). Schülerinnen und Schüler haben in der Primarschule mit optimierten Materialien Unterricht zum Archimedischen Prinzip erhalten (Abbildungen 1 und 2). Dieses Wissen konnten sie Jahre später im Physikunterricht in der Sekundarstufe I zur Bewältigung neuer Anforderungen nutzen. Sie haben von diesem Unterricht deutlich stärker profitiert als ihre Mitschülerinnen und Mitschüler, die in der Primarschule herkömmlichen Unterricht erhalten hatten. Wer früh anfängt, der kommt also tatsächlich weiter! Siehe dazu folgendes Video.

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In dieser Fortbildung erfahren Lehrpersonen, wie sie mit ihren Schülerinnen und Schülern anschlussfähiges Wissen aufbauen können, das sie auf zukünftiges Lernen vorbereitet.

Abbildung 1: In der Primarschule haben die Kinder darüber diskutiert, warum ein schweres Schiff aus Stahl schwimmt, während ein kleines massives Stück Stahl im Wasser untergeht.

Abbildung 2: Sie haben zudem mit Vollkörpern experimentiert und herausgefunden, dass alles, was leichter ist, als ein gleich grosser Wasserwürfel, schwimmt – und dass alles, was schwerer ist als ein gleich grosser Wasserwürfel, sinkt.

Abbildung 3: Drei Jahre später haben sie sich in der Sekundarschule mit der Frage befasst, wie die Auftriebskraft durch den Schweredruck des Wassers entsteht.

Kontakt

Prof. Dr. Elsbeth Stern
elsbeth.stern@gess.ethz.ch